Sind wir doch mal ganz ehrlich:
Darf man sich in dieser Welt auch mal lost fühlen? So richtig.
Nicht nur ein bisschen orientierungslos, sondern innerlich an einem Punkt stehen, an dem man spürt: Irgendetwas passt gerade nicht mehr.
Ich bin genau dort.
Neujahr ist vorbei. Die guten Vorsätze sind da – zumindest theoretisch und schon in vielen Bereichen auch praktisch. Und trotzdem ist da dieses leise Gefühl in mir, das nicht so recht weiß, wohin.
Ja… wohin eigentlich mit mir?
Dieses Gefühl, dazusitzen und sich immer wieder dieselben Fragen zu stellen:
Wie geht es weiter?
Wo liegt meine Berufung?
Und wo bin ich wirklich glücklich?
Irgendetwas fehlt. Und ich kann es nicht greifen.
Dabei weiß ich, dass ich in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn so viele Erfahrungen gesammelt habe. Ich habe gelernt, mich weitergebildet, bin neue Wege gegangen – immer mit dem Wunsch, vorwärtszukommen.
Aber was heißt eigentlich vorwärts?
Wo ist mein persönliches Wachstum?
Nicht nur beruflich, sondern als Mensch.
Wenn ich das Berufliche kurz beiseiteschiebe, sehe ich etwas ganz anderes:
Ich bin der Mensch, der in Gesprächen anderen Klarheit schenkt.
Der zuhört.
Der Fragen stellt.
Der hilft, neue Perspektiven zu öffnen.
Und immer wieder habe ich erlebt, wie mein Gegenüber seinen eigenen Weg gefunden hat – ganz allein, nur durch Zuhören und das Gespräch.
Und trotzdem frage ich mich:
Wo gehöre ich hin?
Was ist meine Bestimmung?
Wo liegt meine Ausrichtung, mein Talent?
Ist es dieser fehlende Teil in mir, der mir leise zuflüstert:
Du weißt noch nicht, wie du das machen sollst.
Liegt es an alten Glaubenssätzen?
Obwohl sie eigentlich positiv sind?
Meine Gedanken kreisen. Immer wieder.
Ich suche Antworten – unaufhörlich.
Und während ich das hier schreibe, wird mir etwas bewusst:
Vielleicht suche ich die Antworten die ganze Zeit im Außen.
In Meinungen. In Möglichkeiten. In Erwartungen.
Aber was, wenn die Antworten längst da sind?
Was, wenn ich anfangen darf, nach innen zu schauen?
Ganz ruhig zu werden. Still. Ehrlich.
Denn ver-suchen bedeutet auch:
es sich erlauben, hinzuschauen – ohne sofort alles wissen zu müssen.
Also beginne ich, mir selbst Fragen zu stellen.
Die Innenschau
- Was gibt mir wirklich Energie – auch ohne Applaus von außen?
- Wann fühle ich mich am meisten ich selbst?
- Welche Momente in meinem Leben haben sich leicht und stimmig angefühlt?
- Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte, das Richtige zu tun?
- Was darf ich loslassen, um mir selbst näherzukommen?
- Wen möchte ich wirklich voranbringen – und auf welche Weise?
Und während ich mir diese Fragen anschaue und mir selbst ehrlich antworte, spüre ich:
Alles beginnt bei mir.
Kein anderer Mensch kann mir diese Antworten geben.
Denn niemand lebt mein Leben.
Niemand fühlt meine Zweifel.
Niemand kennt meine Sehnsucht so wie ich.
Und genau deshalb stelle ich mir heute diese Frage:
Ein bisschen ich – oder ganz viel davon?
Meine Antwort ist klar.
Ich möchte ganz viel davon.
Und ich fange heute an,
die beste Version meiner selbst zu sein.
Nicht perfekt.
Aber ehrlich.
Und ganz bei mir.
Kennt ihr das Gefühl? Was sind eure Erfahrungen? Schreibt es gerne in die Kommentare. Ich freue mich.